
MARKO ZINK
Ausstellungseröffnung: 05.09.2026, 19:00 Uhr
Ausstellung: 06.09 – 01.10.2026
Guided Tour: 12.09.2026, 15:30 Uhr
In seinem fotografischen Projekt „Pictures in the dark – This is Desire” erkundet Marko Zink den Sog des Begehrens, die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, die Verflechtung aus Gender und Anima Animus, sowie das Wechselspiel von Jagen und Gejagtwerden. Wie wird Begehren ausgelöst? Zink drückt diese Überlegung unter anderem durch das wiederholende Motiv des Hasen aus – ein Tier, das zwischen Unschuld und Sexualisierung pendelt, zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Es kommt beides zusammen: die rationale Welt zum einen und zum anderen die Welt der sinnlichen Wahrnehmung und Einbildungskraft. In seinen Bildern verschmilzt Zink maskuline und weibliche Körper, menschliche und tierische. Die Figuren tragen leuchtende Tiermasken und enganliegende Ganzkörperanzüge, die wie nackte Haut wirken – vertraut, aber doch keiner eindeutigen Geschlechterordnung zugewiesen. Zink hegt eine große Faszination für Tiere, während die Menschheit lediglich als Wurmfortsatz vorkommt. Tiere handeln nach ihrem Instinkt, während die Menschheit sich oft bewusst dafür entscheidet, Lebensräume zu zerstören. Seine Serie ist somit auch als Kommentar zum Artensterben zu verstehen. Das Trägermaterial, der analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht. Das daraus resultierende Zerfallen der Negative beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die Hauptkriterien der Fotografie als Erinnerungs- und Dokumentationsträger. Für diese Serie hat Marko Zink seine analoge Kamera umgebaut und zieht den Film händisch durch die Kamera. Inhaltlich konzeptuell setzt sich Marko Zink intensiv mit dem Entstehen von Begehren auseinander. Hierzu bezieht sich der Künstler auf Carl Gustav Jung und Claude Lévi-Strauss. Marko Zink überführt/inzeniert ihre Überlegungen zu anima animus (Gender) und Totem bewusst an historische(n) Orte(n) in Österreich, die belegt „mystisch“ konnotiert sind. Auch die Aufnahmezeiten zwischen Mitternacht und ein Uhr nachts spiegeln diese Orte wider, da sich Personen an diesen Orten zu dieser Uhrzeit treffen, um dort zu meditieren, um sich von der weltlichen Ebene loszulösen.
Was sie dabei sehen würden? Schutzgeister, Tierwesen, – Vögel, Hasen, Füchse, alles, was wir als Natur hier kennen, deren Existenzen im Sinne des Artensterbens durch den Menschen akut bedroht sind und so immer weniger (sichtbar) sind/werden. Exakt diesen „Erscheinungen“ gibt Zink Raum und Licht. Sein Vorhaben ist bewusst interdisziplinär angelegt, verbindet künstlerische Fotografie vielschichtig und reflexiv mit performativen Inszenierungen auf den Grundlagen von Philosophie, Psychologie und Ethnologie.
ÜBER MARKO ZINK
Geboren 1975 in Gaschurn in Österreich, erhielt Marko Zink Unterricht bei Ingo Springenschmid und besuchte danach die Akademie der bildenden Künste Wien; die Meisterklassen Kunst und Fotografie, Erweiterter malerischer Raum, Kunst im öffentlichen Raum sowie Performance bei Eva Schlegel, Josephine Pryde, Franz Graf, Judith Huemer, Mona Hahn und Matthias Herrmann. Er diplomierte an der Schule für künstlerische Fotografie bei Friedl Kubelka und mit Auszeichnung an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Carola Dertnig. Darüber hinaus studierte er mit Auszeichnung Germanistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien und besuchte zahlreiche Vorlesungen an der Universität Wien für Kunstgeschichte mit dem Fokus auf Fotografie.
Marko Zink fotografiert ausschließlich analog mit natürlichem Licht. Das Trägermaterial, der analoge Film wird vor der Belichtung mehrfach gekocht und darüber hinaus für einige Serien gezielt chemisch und mechanisch bearbeitet. Diese von ihm entwickelte Technik ist seine einmalige Handschrift mit großem Wiedererkennungseffekt. Das daraus resultierende Zerfallen der Negative beschreibt er als gezielt konzeptuelles Einsetzen und hinterfragt die Hauptkriterien der Fotografie als Erinnerungs- und Dokumentationsträger. Zink interpretiert in seinen Arbeiten das Thema der inszenierten Fotografie neu. Zum einen gibt er dem Betrachter das Gefühl, nur zufällig Zeuge dieses „flüchtigen“ Moments geworden zu sein. Zum anderen reinszeniert er Subjekte als Objekte und vice versa.Marko Zink ist ein Konstrukteur von Wirklichkeit, er fügt zusammen, was scheinbar nicht zusammengehört, er amalgamiert. So paart sich Mensch mit Tier, Mensch mit Maschine, Mensch mit Mobiliar oder Mensch mit Natur. In seiner Werkserie „Schwimmer“ wird der Bedeutungsträger Mensch komplett negiert und treibt als leblose Hülle unter Wasser, wobei zeitgleich die Entstehung der Arten thematisiert wird.
Viele seiner Serien basieren auf interdisziplinären Konzepten, seine Theorien entlehnt Zink auch der Literatur, unter anderen seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatt oder Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Letztere spielt in seinem Leben eine entscheidende Rolle, Werkserien, auf die sie verschiedensten Einfluss übt, finden multimedialen Einzug in die Werkpräsentationen. Seine Fotografien und Installationen werden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt. Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen international renommierten Sammlungen. Marko Zink lebt und arbeitet in Wien (Österreich).
(c) Marko Zink, courtesy Galerie Michaela Stock
Unser Jahresprogramm wird durch die freundliche Unterstützung aus dem Kulturmitteln des Bezirks Neubau ermöglicht. Diese Ausstellung wird durch die Mittel des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport gefördert.
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